120 Stolpersteine hat der Künstler Gunter Demnig zur Erinnerung an die NS-Opfer in den Jahren 2004 bis 2009 in Offenburg verlegt; Steine, über die man in der Tat stolpert. Oft möchte man mehr wissen, über die Menschen, für die sie gesetzt wurden. Ein Rundgang durch die Innenstadt ermöglicht das. Er führt nur an einem kleinen Teil der Steine vorbei, aber er erzählt die Geschichten der Menschen, für die sie verlegt wurden. Die Broschüre mit dem Rundgang liegt im Bürgerbüro, im Museum, in der Stadtbibliothek für Sie bereit. Sie steht auch zum Download zur Verfügung (siehe unten).
Stolpersteine sind aus Beton gegossen und tragen an der Oberseite eine 10 x 10 Zentimeter große Messingtafel. In diese Tafel stanzt Gunter Demnig mit Hammer und Schlagbuchstaben Folgendes ein: HIER WOHNTE, darunter Name, Geburtsjahr und weitere Daten zum Schicksal jedes einzelnen Opfers. Die Steine werden vor dem ehemaligen Wohnhaus der verfolgten Menschen im Gehweg verlegt. Unter diesen Opfern sind Juden, Zeugen Jehovas, Sinti und Roma, körperlich und geistig Behinderte, politisch Verfolgte und Homosexuelle.
"Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist", betont Gunter Demnig. Mit den Steinen vor den Häusern will er die Erinnerung an die Menschen lebendig halten, die einst hier wohnten, bevor sie durch Flucht, Festnahme und Deportation von heute auf morgen aus ihrem Lebensumfeld verschwanden. Bis Juli 2010 hatte der Künstler fast 25.000 Steine in mehr als 570 Ortschaften in Deutschland und in neun anderen europäischen Ländern verlegt. Für sein Projekt erhielt Gunter Demnig am 4. Oktober 2005 den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland.
Dass auch in Offenburg Stolpersteine verlegt werden konnten, ist das Verdienst der Offenburger Bürgerin Gerda-Marie Lüttgen. Sie startete 2003 die Initiative "Stolpersteine für Offenburg" und gewann damit nicht nur die volle Unterstützung der Oberbürgermeisterin Edith Schreiner und des Gemeinderats. Auch viele Patinnen und Paten, die mit dem Betrag von 95 Euro einen Stolperstein stifteten, unterstützten das Projekt. Manche schlugen selbst eine Person vor, für andere machte das Stadtarchiv Vorschläge.
2011 wurden die vorerst letzten Steine verlegt. 2013 ist eine Broschüre zu 11 Stationen erschienen

Quelle: Stadtarchiv Offenburg
